In vielen Unternehmen gibt es Kick-offs, Durchhalteparolen und Appelle, „jetzt nochmal alles zu geben“. Aber wann gibt es den Moment, in dem man innehält und sagt: „Das haben wir geschafft – und das feiern wir!“? – Einmal im Jahr?
Es müssen nicht große, teure Events veranstaltet werden. „Feiern“ kann auch kleine, lockere Formen annehmen.
Die meisten Organisationen tun das erstaunlich selten. Dabei geht es nicht nur darum, dass Menschen Anerkennung brauchen. Es geht um so viel mehr: Es geht um systemische Selbstbeschreibung – also um Kultur.
Organisationen erzählen sich selbst ständig Geschichten. Und diese Geschichten sind keine Begleitmusik, sie sind die Organisation – sie erzeugen ihr Bild von sich selbst mit jeder Erzählung neu. Erfolge sichtbar zu machen bedeutet, das kollektive Selbstbild zu gestalten.
Erzählen wir nur von neuen Herausforderungen, Misserfolgen und Problemen, entsteht ein kulturelles Selbstbild von Unsicherheit, Vorsicht und Selbstzweifeln. Erzählen wir dagegen auch ausführlich von dem, was gelingt, kann ein Selbstverständnis von Leistungsfähigkeit, Zuversicht und Stärke wachsen.
Organisationen operieren über Kommunikation – was nicht erzählt wird, existiert im System nicht. Erfolg ist nur dann real, wenn er kommuniziert wird. Und Feiern ist eine Form dieser Kommunikation.
Erfolge feiern heißt nicht: sich im Glanz sonnen. Es heißt: Selbstvertrauen kultivieren – nicht nur bei Individuen, sondern im sozialen System „Organisation“. Und das ist entscheidend: Denn Vertrauen in die eigene Wirksamkeit liefert die Zuversicht, die nötig ist, um die nächsten Herausforderungen anzugehen und damit auch Risiken einzugehen.
Wer Leistungsstärke will, muss lernen, Fortschritt sichtbar zu machen und Erfolge bewusst zu würdigen. Nicht als Feelgood-Maßnahme, sondern als effektiver Beitrag für eine leistungsstarke Organisation.
Der Return on Investment (RoI) von „Erfolge feiern“ zeigt sich dort, wo Organisationen wirklich robust, adaptiv und leistungsbereit bleiben – gerade unter Druck.
Kurz: Erfolge feiern senkt die inneren Transaktionskosten von Veränderung, erhöht die kollektive Zuversicht und verbessert die Gestaltungsfähigkeit der Organisation. Das ist der wahre Return.
Was das in Prozenten oder Euros bedeutet, könnte für ein Unternehmen eine lohnende Rechenaufgabe sein.